Affiliated member of the WPA – World Psychiatric Association

Abstract Kiem, Eugen

Lecture in German with English subtitels
The Aggression Model by G. Ammon in the Light of Neurobiological Research

Ammon describes aggression as a human function associated with exploratory behaviour. He defines constructive aggression by the ability for curiosity, shaping one’s living conditions, developing personal views and building relationships with others. In contrast, destructive aggression indicates outside directed violence, risk behaviour, suicidality, anger and a tendency for breaking up contacts. The paucity of contact, interest and meaningfulness together with emptiness denominates the deficient aggression. In neurobiology, aggression represents a reactive behavioural readiness. That is generated through a bottom-up process by the amygdala, the hypothalamus and the periaqueductal grey, and modified through a top-down process by the ventromedial and dorsomedial prefrontal cortex as well as the anterior insula. It serves to fend off physical and social pain. Thus the destructive aggression matches this neurobiological model of aggression. With the deficient and destructive aggression, one has to assume an activated stress system as well as an activation of the amygdala.

In contrast, constructive aggression is neurobiologically generated through a system of reward and motivation; there is a search for relations, social resonance and cooperation. The default mode network can reflect on long-term objectives. Engaged in action joyful flow experience is possible.

Ammon beschreibt Aggression als eine Humanfunktion, die mit dem Explorationsverhalten verknüpft ist. Konstruktive Aggression versteht er als die Fähigkeit zur Neugierde, Gestaltung der Lebensbedingungen, eigene Standpunkte zu entwickeln und Beziehungen zu Anderen einzugehen. Bei der destruktiven Aggression besteht eine nach außen gerichtete Gewalt, Risikoverhalten, Suizidalität, Wut und eine Tendenz zum Kontaktabbruch. Das Fehlen von Kontakt, Interesse, Sinnhaftigkeit und Leere kennzeichnet die defizitäre Aggression. Ammon verbindet in diesem Modell Affekte, Verhalten und Kognition. Bei der defizitären und destruktiven Aggression ist von einem dauerhaft aktivierten Stresssystem, sowie von einer Aktivierung der Amygdala auszugehen. Dadurch wird das Explorationsverhalten beendet und für Kampf-Fluchtverhalten prädestiniert. Der Körper steht unter Spannung. Bei der defizitären Aggression ist  davon auszugehen, dass Furcht und bei der destruktiven Aggression dass Wut den Hauptaffekt darstellen. Das Ruhenetzwerk (Default Mode Network) ist mit ungelösten inneren Konflikten beschäftigt und kann sich nicht mit neuen Inhalten auseinandersetzen. Außerdem ist die Emotionsregulation und das Fokussieren auf langfristigere Ziele eingeschränkt. Die präfrontale Kontrolle über aggressive Impulse ist bei der destruktiven Aggression reduziert. Bei der konstruktiven Aggression funktionieren die Affekt- und Impulsregulation. Das Ruhenetzwerk kann über Zukünftiges nachdenken und wichtige Ziele können von Störgrößen freigehalten werden. Beim Handeln ist Flowerleben möglich und die Kooperation mit anderen ist lustvoll.

Kiem, Eugen (Berlin)
psychotherapeutic practice

Member of the German Academy for Psychoanalysis (DAP) e. V.
E-mail praxiskiem@aol.com

 

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