Affiliated member of the WPA – World Psychiatric Association

Abstract Schmolke, Margit; Hoffmann, Nataly

Lecture in German with English subtitels
Psychotherapeutic work between insult and connectedness – reflections on a challenging interpersonal event 
Psychotherapeutische Arbeit im Spannungsfeld von Kränkung und Verbundenheit – Überlegungen zu einem herausfordernden zwischenmenschlichen Geschehen

The authors reflect on the meaning of connectedness in the psychotherapeutic work on the basis of a sound therapeutic relationship which can be shaken or jeopardized from time to time. A main topic of the presentation are reactions of patients who feel insulted due to various reasons within the therapeutic process. Such reactions may lead to high tension, disruption or even to a break of the therapeutic relationship. Possible reasons of a patient’s reaction due to insult may be severe self-esteem crises, narcissistic wounds, misunderstandings on a verbal and nonverbal level or the feeling of being ignored and are accompanied by feelings of anger and shame. By feeling devalued by the patient, the therapist may develop specific counter-transference feelings which puts a strain on the therapeutic relationship particularly when the therapist does not reflect sufficiently those negative emotions. Some examples from the literature illustrate how conflicts come to a head and how possible solutions can be developed.  For the authors, the reconstruction of the interpersonal connectedness – the basis of the therapeutic relationship – is important for a possible conflict resolution. Reconstruction of mutual confidence, appreciation and connectedness is considered as a complex and challenging event which is significant not only for the psychotherapeutic work but far beyond for the togetherness in society. This process requires an active effort towards understanding, capability of reflection, feeling mutually touched by the other person, and a work context supporting and strengthening the therapist.

Die Referent*innen reflektieren über die Bedeutung der Verbundenheit in der psychotherapeutischen Arbeit auf der Basis einer tragfähigen therapeutischen Beziehung. Diese kann in therapeutischen Prozessen immer wieder erschüttert und in Frage gestellt werden. Die Autorinnen wollen insbesondere die Kränkungsreaktionen, die bei PatientInnen aus verschiedenen Gründen aufkommen können, als wichtigen und zu beachtenden Faktor beleuchten, da insbesondere bei Kränkungsreaktionen die therapeutische Beziehung gestört, hoch angespannt und anfällig für Beziehungsabbruch ist. Einer Kränkungsreaktion liegen oft schwere Selbstwertkrisen, narzisstische Wunden, Missverständnisse auf der verbalen und nonverbalen Ebene, das Gefühl, ignoriert zu werden, u.a. zugrunde. Zudem können Kränkungsreaktionen mit den sie oft begleitenden Emotionen von Wut und Scham sowie Entwertungsversuchen auch bei TherapeutInnen spezifische Gegenübertragungsgefühle auslösen, die die therapeutische Beziehung belasten können, vor allem wenn sie von den TherapeutInnen selbst nicht ausreichend reflektiert werden. Einige Beispiele aus der Literatur illustrieren, wie es zu konflikthaften Zuspitzungen kommt und welche Lösungsmöglichkeiten sich entwickeln können. Bedeutsam für eine mögliche Lösung ist für die Autorinnen die zwischenmenschliche Verbundenheit, die es wiederherzustellen gilt, die die Basis der therapeutischen Beziehung ist. Die Wiederherstellung von Vertrauen, Wertschätzung und Verbundenheit ist ein komplexes und herausforderndes Geschehen, was nicht nur für die psychotherapeutische Arbeit, sondern weit darüber hinaus für das gesellschaftliche Miteinander von Bedeutung ist. Dazu bedarf es eines aktiven Bemühens um Verständnis, Reflektionsfähigkeit, sich wechselseitig vom anderen berührt fühlen und eines Arbeitsumfeldes, das die Therapeutin schützt und immer wieder stärkt.

References
Hüther G, Spannbauer C (Hrsg.)(2018): Verbundenheit. Warum wir ein neues Weltbild brauchen. Hogrefe, Bern.
Jaenicke C (2014): Die Suche nach Bezogenheit. Brandes & Apsel.
Parens H (2017): Krieg ist nicht unvermeidbar. Psychoanalytische Überlegungen zu Krieg und Frieden. Psychosozial-Verlag, Gießen.

Schmolke, Margit
Ph.D., Psychological Psychotherapist, Psychoanalyst, Group Psychotherapist, Training Therapist/Supervisor (DAP, PTK, BLÄK),
Co-Director, Munich Training and Research Institute of the German Academy for Psychoanalysis (DAP)

Hoffmann, Nataly

 

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